Darya Dadykina

Darya Dadykina zählt zu den Spitzentalenten unter den Nachwuchspianisten. Sie ist
Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, beherrscht ein ungewöhnlich umfangreiches
Repertoire mit Werken aller wichtigen Stilrichtungen der Klaviermusik vom Barock bis
zur jüngsten Moderne und verfügt über eine reiche Bühnenerfahrung. Bei Publikum und
Kritik finden die besondere Ausdrucksintensität, die außergewöhnliche Virtuosität und
der subtile Klangsinn dieser starken Künstlerpersönlichkeit eine große Resonanz.
Darya Dadykina wurde als Kind einer Künstlerfamilie in Kiev (Ukraine) geboren. Ihren
ersten Klavierunterricht erhielt sie im Alter von neun Jahren. Sie setzte ihre
musikalische Ausbildung bei Irina Barinova an der Lysenko Musikschule für
Hochbegabte fort, wo sie neben ihrem Hauptfach Klavier auch Musikwissenschaft
studierte. Später wurde sie in die Klasse von Prof. Valery Kozlov an der Nationalen
Ukrainischen Tschaikowsky-Musikakademie aufgenommen. Schon während dieser
Studienjahre ist sie in Konzerten mit den Philharmonie-Orchestern von Kiew,
Chernigow und Kharkow solistisch hervorgetreten, hat zahlreiche Klavierabende
gegeben und wirkte in hochkarätigen Kammermusikprojekten mit. Im Jahre 2013
organisierte sie das Kammermusikfestival „the openeD sounD“ in Chernigow.
Seit 2014 wohnt die Pianistin in Berlin, wo sie an der Hochschule für Musik „Hanns
Eisler“ ihr Masterdiplom ablegte. Gegenwärtig bereitet sie sich in der Klasse von Prof.
Jochen Köhler an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf ihr
Konzertexamen vor. Wichtige Impulse erhielt sie in Meisterkursen bedeutender
Interpreten wie T. Dussaut, B. Goetzke, E. Rzhanov, S. Edelmann, V. Rudenko, P. Badura-
Skoda, M. Ferrati, B. Bloch, O. Yablonskaya, P. Lang, F. Bidini, R. Levin und L. Zilberstein
sowie bei Festivals wie der Bashmet Academy Minsk (2010/2011), den Sommerkursen
des Mozarteums in Salzburg (2013) und dem Emil Gilels Festival Freiburg (2018).
Darya Dadykina tritt regelmäßig mit Soloprogrammen und in Kammermusik- und
Liedprojekten hervor, in denen sie mit ungewöhnlichen Programmkonzeptionen
Brücken zwischen verschiedenen Epochen und Gattungen schlägt. Dabei schenkt sie ihre
Aufmerksamkeit nicht nur den bedeutenden Marksteinen des Repertoires, sondern auch
zu Unrecht vergessenen Komponisten und Werken. Großes Interesse bringt die junge
Künstlerin der Interaktion verschiedener Künste entgegen – so war sie an Aufführungen
des Schauspiels „Liv Stein“ mit integrierter Live-Klaviermusik (Berlin, 2015 und 2016)
und des musikalisch-literarischen Märchenprojektes „Taro“ (Medtner-Festival 2018)
beteiligt.
Darya Dadykina ist Mitbegründerin der Internationalen Nikolaj Medtner Gesellschaft.
Ihre Konzerttätigkeit erstreckt sich über ganz Europa. Sie ist in der Ukraine, Russland,
Weißrussland, Uzbekistan, Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und Griechenland in
so bedeutenden Konzertsälen wie der Philharmonie Kiew, der Berliner Philharmonie,
dem Konzerthaus Berlin, dem Konzerthaus „Die Glocke“ in Bremen und der Liszt
Akademie Budapest aufgetreten. Eine längere Konzertreise führte sie 2017 nach China,
und jüngst überzeugte sie als Solistin des Philharmonischen Orchesters Odessa in einer
heftig akklamierten Aufführung des 1. Klavierkonzertes von Sergej Rachmaninow.
Bemerkenswert sind die große Souveränität, mit der Darya Dadykina Kompositionen
ganz unterschiedlicher Stilrichtungen gestaltet, und die Überlegenheit, mit der sie
„Schwerstes vom Schweren“ wie das 2. Klavierkonzert von Prokofieff bewältigt. In den
letzten Jahren hat sie sich sehr intensiv mit den Werken Beethovens und Schuberts
auseinandergesetzt, denen ihre besondere Liebe gilt. Sie verkörpert einen
Künstlertypus, der die virtuose Beherrschung des Instrumentes nicht als Selbstzweck
betrachtet, sondern als notwendiges Fundament für eine tiefgehende

Auseinandersetzung mit den Intentionen des Komponisten und für die Darstellung des
jeweiligen Werkes ansieht.